Die Patientenrechte in Polen



Die Patientenrechte in Polen werden durch folgende Rechtsakte gewährleistet:

  • Die Verfassung der Republik Polen vom 2 April 1997, Amtsblatt vom 1997, Nr. 78, Pos. 483 mit √Ąnderungen
  • Internationale Abkommen, welche durch Polen ratifiziert wurden:
  • Charte der Patientenrechte vom 1984 erlassen von dem Parlament der Europ√§ischen Gemeinschaft
  • Europ√§ische Charte der Patientenrechte
  • Internationale Konvention √ľber zivile und politische Rechte vom 19 Dezember 1966
  • √úbereinkommen √ľber Menschenrechte und Biomedizin vom 1997
  • Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 1950, ratifiziert 1992
  • Gesetz vom 6 November 2008 √ľber Patientenrechte und Beauftragten f√ľr die Patientenrechte (Amtsblatt vom 31 M√§rz 2009, Nr. 52 Pos. 417

Rechte der Patienten:
  • Der Patient hat Anspruch auf eine sofortige Hilfeleistung im Falle einer Lebens- oder Gesundheitsgefahr. Diese Hilfe sollte im Rahmen einer qualifizierten und sorgf√§ltigen Behandlung nach den anerkannten Regeln der √§rztlichen Kunst erteilt werden.
  • Der Patient hat Anspruch auf angemessene Aufkl√§rung und Beratung. Diagnostische und therapeutische Ma√ünahmen sind mit dem Patienten abzustimmen. Jede Behandlung erfordert die Mitwirkung des Patienten. Ein Behandlungserfolg kann jedoch trotz bester Therapie nicht garantiert werden.
  • Die den Patienten betreffenden Informationen, Unterlagen und Daten sind von √Ąrzten und Pflegepersonal vertraulich zu behandeln. Diese Informationen d√ľrfen nur mit Zustimmung des Patienten weitergegeben werden. Eine Ausnahme davon bilden gesetzliche Bestimmungen, welche die F√§lle der Lebens- oder Gesundheitsgefahr beschreiben.
  • Der Patient hat ein Selbstbestimmungsrecht, d.h. er kann √ľber die Art (ob √ľberhaupt) und den Umfang (wie) der medizinischen Behandlung selbst entscheiden. Auch wenn eine medizinische Versorgung als √§rztlich geboten erscheint, kann sie von dem Patient abgelehnt werden.
  • Der Patient muss √ľber alle Chancen und Risiken umfassend aufgekl√§rt werden.
  • Der sterbende Patient hat auch einen Anspruch auf Beachtung seiner Selbstbestimmungsrechte und der menschlichen W√ľrde.
  • Der Patient hat einen Anspruch auf Einsicht in die ihn betreffende medizinische Unterlagen. Er kann auch mit der Diagnose nicht einverstanden sein und einen Widerspruch dagegen vor einem √Ąrzteausschuss mittels des Beauftragten f√ľr die Patientenrechte erheben.
  • Der Patient welche station√§r behandelt wird, hat ein Recht auf Kontakt mit seiner Familie, direkt oder mittels elektronischen oder schriftlichen Kommunikationsmittel.
  • Der Patient hat im Fall von Lebensgefahr auch ein Recht auf seelsorgerische Hilfe.¬†
  • Jeder Patient kann den Beauftragten f√ľr Patientenrechte um einen Rat bitten. Der Beauftragte f√ľr Patientenrechte kann selbst√§ndig ein Aufkl√§rungsverfahren f√ľhren oder sich an andere Institutionen richten.