BeschÀftigung von behinderten Menschen in Polen aus der Sicht des Arbeitsgebers




Ein Arbeitgeber, welcher mindestens 25 Arbeitnehmer beschĂ€ftigt ist verpflichtet monatlich bestimmte BeitrĂ€ge in einem Staatlichen Fond fĂŒr die Rehabilitation von behinderten Menschen einzuzahlen, wenn in diesem Betrieb weniger als 6 behinderte Menschen angestellt werden.

Vorteile fĂŒr den Arbeitgeber bei BeschĂ€ftigung von behinderten Menschen ergeben sich folgende:

Beihilfe zur Finanzierung von Löhnen fĂŒr behinderten Menschen (Art. 26a des Gesetzes vom 27. August 1997 ĂŒber berufliche und gesellschaftliche Rehabilitation und BeschĂ€ftigung von Behinderten (weiter als Gesetz ĂŒber die Rehabilitation)
Beihilfe zur Finanzierung von sozialen BeitrĂ€gen fĂŒr behinderte Menschen (Art. 25a des Gesetzes ĂŒber die Rehabilitation)
Kostenerstattung von 60 % des Arbeitslohnes und der sozialen BeitrĂ€ge fĂŒr neu angestellte behinderte Arbeitsnehmer
Kostenerstattung fĂŒr die BeschĂ€ftigung eines Assistenten des behinderten Arbeitnehmers (Art. 26 d des Gesetzes ĂŒber Rehabilitation)
Kostenerstattung fĂŒr die Anpassung des Arbeitsplatzes (Art. 26 des Gesetzes ĂŒber Rehabilitation)

Der Arbeitgeber liefert die sozialen BeitrĂ€ge ab und erst dann bekommt er eine partielle Kostenerstattung. Um ĂŒberhaupt diese VergĂŒnstigungen in Anspruch nehmen zu können, muss der Arbeitgeber min. 25 Arbeitnehmer angestellt haben, davon mĂŒssen min 6% eine Behinderung haben. Im Falle, wenn es sich um weniger als 25 Arbeitnehmer handelt, kann der Arbeitgeber einen Teil der von ihm bezahlten RentenbeitrĂ€ge zurĂŒckerhalten. Die gleichen Voraussetzungen bzgl. der Arbeitnehmerzahl gelten auch bei der Kostenerstattung von Arbeitslöhnen.

Die Kostenerstattung betrĂ€gt gem. Art. 26a des Gesetzes ĂŒber die Rehabilitation:

180% des niedrigsten Gehaltes- bei den behinderten Personen, welche einen erheblichen Grad der Behinderung haben
100%  des niedrigsten Gehaltes- bei den behinderten Personen, welche einen gemĂ€ĂŸigten Grad der Behinderung haben
40 % des niedrigsten Gehaltes- bei den behinderten Personen, welche einen leichten Grad der Behinderung haben

Die o.g. BeitrÀge können um weitere 40% erhöht werden, bei den behinderten Menschen, bei denen eine der folgenden Krankheiten festgestellt wurde: psychische Krankheit, geistige Behinderung, umfassende Entwicklungsstörungen, Epilepsie, Blindheit.

Bei den behinderten Menschen, welche ein eigenes Gewerbe haben oder eine selbstĂ€ndige TĂ€tigkeit ausĂŒben, betrĂ€gt der soziale Beitrag 60%  des Durchschnittslohnes. 

Ein Arbeitgeber, der behinderte Menschen einstellt kann noch weitere Vorteile fĂŒr sich verbuchen: er braucht keine BeitrĂ€ge mehr an den PFRON zu zahlen (Staatlicher Fonds fĂŒr die Rehabilitation behinderter Menschen) und kann viele Formen von Beihilfen zur Finanzierung in Anspruch nehmen.

Am 1. Januar 2012 wurde das Arbeitsrecht bezĂŒglich behinderter Arbeitnehmer novelliert. Nach den neuen Vorschriften kann die Arbeitszeit fĂŒr diese Personen nicht lĂ€nger als 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche betragen. Behinderte Personen können nicht in der Nachtschicht arbeiten und  Überstunden machen. Der Arbeitgeber ist auch verpflichtet, die Kosten fĂŒr die Vorsorgeuntersuchung zu ĂŒbernehmen.