Die polnische Erbschafts- und Schenkungssteuer


Die polnische Erbschafts- und Schenkungssteuer ist im Gesetz √ľber die Erbschafts- und Schenkungssteuer vom 28. Juli 1983 geregelt. ¬†¬†¬†

1. Erbschaftssteuer

Einer Erbschaftsteuer unterliegen nat√ľrliche Personen, die Eigentum in Polen geerbt haben, dessen Wert √ľber dem Freibetrag liegt (der Erwerb ausl√§ndischen Eigentums oder ver√§u√üerbarer Rechte wird in Polen auch besteuert (Art. 2), wenn der Erbe oder Beschenkte zum Zeitpunkt der Er√∂ffnung des Erbes oder bei Vertragsabschluss entweder polnische Staatsangeh√∂rigkeit hatte oder seinen gew√∂hnlichen Aufenthalt in Polen hat). Der Freibetrag h√§ngt von der Steuergruppe des Erben ab. Gem√§√ü Artikel 14 des Gesetzes √ľber Erbschafts- und Schenkungssteuer wird die Steuergruppe nach dem Verh√§ltnis zwischen dem¬† Erben und dem Erblasser reguliert. Laut dem oben genannten Gesetz unterscheidet man drei Gruppen. ¬†¬†¬†

Zu der ersten Gruppe geh√∂ren: Ehegatte, Verwandte in aufsteigender oder absteigender gerader Linie,¬† Stiefs√∂hne, Schwiegers√∂hne, Schwiegert√∂chter, Geschwister, Stiefm√ľtter, Stiefv√§ter und Schwiegereltern.¬†¬†¬†

Zu der zweiten Gruppe gehören: Verwandte der Geschwister in aufsteigender gerader Linie, Geschwister der Eltern, Ehegatten und Verwandte von Stiefkindern in aufsteigender gerader Linie, Ehegatten der Geschwister, Geschwister der Ehegatten, Ehegatten der Geschwister des Ehegatten, sowie Ehegatten anderer Verwandter in aufsteigender gerader Linie.   

Zu der dritten Gruppe geh√∂ren:¬† alle √ľbrigen Erwerber.

Der Freibetrag f√ľr die erste Gruppe betr√§gt 9.637 PLN (ca. 2.250 EUR), f√ľr die zweite Gruppe 7.276 PLN (ca. 1.700 EUR) und f√ľr die dritte Gruppe 4.902 PLN (ca. 1.150 EUR).¬†¬†¬† ¬†¬†¬†

Wenn der Wert eines erworbenen Eigentums √ľber dem Freibetrag liegt, ist der Steuerzahler verpflichtet, eine Steuererkl√§rung beim Finanzenamt vorzulegen. Der Steuererkl√§rung m√ľssen bestimmte Unterlagen beigelegt werden, die Besteuerungsgrundlage darstellen. Die Frist, die Steuererkl√§rung und Unterlagen beim Finanzamt vorzulegen, betr√§gt einen Monat nach Erbschaftserwerb. Nachdem der Steuerzahler eine Verwaltungsentscheidung √ľber die H√∂he der zu entrichtenden Steuer bekommen hat, muss er sie innerhalb von 14 Tagen bezahlen.
 
Personen, die zu der ersten Gruppe geh√∂ren, k√∂nnen sich von der Steuerpflicht befreien lassen, wenn das Finanzenamt innerhalb von 6 Monaten ab Erbschaftserwerb √ľber diesen Zustand informiert wird. Vers√§umt man es, dieser Informationspflicht nachzukommen, m√ľssen die Erben eine Erbschaftssteuer gem. dem Steuersatz der ersten Gruppe entrichten. ¬†¬†¬† Wird die Frist vers√§umt, weil man keine Kenntnis von der Erbschaft hatte, beginnt die Frist erst ab dem Moment zu laufen, an dem man √ľber das angefallene Erbe informiert wird. Das Vorliegen solcher Umst√§nde ist vor dem Finanzamt zu beweisen.
 
2. Schenkungssteuer

Einer Schenkungssteuer unterliegen Personen, die im Rahmen einer Schenkung ein Eigentum in Polen erworben haben, dessen Wert √ľber dem Freibetrag liegt. Der Freibetrag h√§ngt von der Steuergruppe der Beschenkten ab. Gem√§√ü Artikel 14 des Gesetzes √ľber Erbschafts- und Schenkungssteuer, wird die Steuergruppe nach dem Verh√§ltnis zwischen dem Beschenkten und dem Schenker reguliert. Die drei Steuergruppen, der Freibetrag und die Fristen werden genauso wie bei der Erbschaftsteuer reguliert. Auch bei einem Schenkungsvertrag k√∂nnen sich Angeh√∂rige der ersten Gruppe von der Steuerpflicht befreien lassen. In einem solchen Fall m√ľssen sie das Finanzenamt innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt der Schenkung informieren und im Falle einer Geldschenkung zus√§tzlich einen √úberweisungsnachweis vorlegen. Dies gilt nur, wenn der Schenkungswert √ľber dem Freibetrag liegt. Sollten die Bedingungen nicht eingehalten werden, m√ľssen die Beschenkten eine Schenkungssteuer entsprechend dem Steuersatz der ersten Gruppe enrichten.

Die Erbschafts- und Schenkungssteuer werden gem√§√ü Art. 15 des Gesetzes √ľber Erbschafts- und Schenkungssteuer mit Ber√ľcksichtigung der Steuertarife berechnet und vom √úberschuss der Steuergrundlage mit R√ľcksicht auf den Freibetrag abgerechnet.

Die Steuertarife: