Steuerpflichten eines Einzelunternehmers und Arbeitnehmers in Polen ‚Äď ein Vergleich



Das Einkommensteuergesetz (weiter: EStG) regelt die Belegung der Eink√ľnfte nat√ľrlicher Personen mit der Einkommensteuer.

Art. 10 des Einkommensteuergesetz bestimmt die Einkunftsarten. Dazu gehören vor allem:

1) ein Dienstverhältnis, ein Arbeitsverhältnis, darunter ein genossenschaftliches Arbeitsverhältnis, die Mitgliedschaft in einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft oder in einer anderen Genossenschaft mit landwirtschaftlicher Produktion, Heimarbeit, Alters- und Invalidenrente
2) eine selbstst√§ndig ausge√ľbte T√§tigkeit
3) eine außerlandwirtschaftliche Gewerbetätigkeit
4) Spezialbereiche landwirtschaftlicher Produktion

Das Gesetz regelt die Steuerpflichten sowohl eines Einzelunternehmers als auch eines Arbeitnehmers. In beiden Fälle gilt der gleiche Einkommensteuertariff, der im Art. 27 des EStG geregelt wird.

Die Einkommensteuer ist grundsätzlich von der Bemessungsgrundlage nach folgender Skala zu erheben:

Steuerbemessungsgrundlage in PLN
bis 85.528: Höhe der Steuer beträgt 18% minus Steuerabzugsbetrag von PLN 556,02
√ľber¬† 85.528: H√∂he der Steuer betr√§gt PLN 14 839,02 + 32% des √úberschusses √ľber PLN 85 528

Steuerpflichten eines Arbeitnehmers

Arbeitnehmer im Sinne des Einkommensteuergesetzes ist eine Person, die in einem Dienstverh√§ltnis, einem Arbeitsverh√§ltnis, einem Heimarbeitsverh√§ltnis oder einem genossenschaftlichen Arbeitsverh√§ltnis steht. Gem√§√ü Art. 12 dieses Gesetzes gelten als Eink√ľnfte aus einem Dienstverh√§ltnis, einem Arbeitsverh√§ltnis, aus der Heimarbeit oder einem genossenschaftlichen Arbeitsverh√§ltnis s√§mtliche Barzahlungen sowie der Geldwert von Sachleistungen oder ihre √Ąquivalente, ungeachtet der Finanzierungsquelle dieser Zahlungen und Leistungen. Der Gesetzgeber erw√§hnt hier insbesondere: Grundverg√ľtungen, Verg√ľtungen f√ľr √úberstunden, verschiedenartige Zulagen, Pr√§mien, Urlaubsentgelte sowie jegliche sonstige Betr√§ge.

Der Arbeitnehmer hat wesentlich weniger steuerliche Pflichten als der Einzelunternehmer. Beim zuerst genannten ist es der Arbeitgeber, der verpflichtet ist, die Steuer zu registrieren und abzuf√ľhren.
 
Steuerpflichten eines Einzelunternehmers

Auf der Grundlage des Einkommensteuergesetzes ist zwischen¬†Eink√ľnften als Folge der Aus√ľbung einer selbstst√§ndigen T√§tigkeit (Art. 13 EStG)¬†sowie Betriebseinnahmen (Art. 14 EStG) zu unterschieden.

Unter Eink√ľnften als Folge der Aus√ľbung einer selbstst√§ndigen T√§tigkeit sind unter anderem zu verstehen:

1) Eink√ľnfte aus einer selbstst√§ndigen k√ľnstlerischen, schriftstellerischen, wissenschaftlichen, Trainer-, Bildungs- und publizistischen T√§tigkeit, darunter aus der Teilnahme an Wettbewerben in den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Kunst sowie Journalismus, Eink√ľnfte aus sportlicher Bet√§tigung, Sportstipendien, die aufgrund gesonderter Vorschriften zuerkannt werden, Eink√ľnfte von Schiedsrichtern aus der Leitung von Sportwettk√§mpfen
2) Eink√ľnfte aus der T√§tigkeit von Geistlichen, die nicht durch einen Arbeitsvertrag begr√ľndet sind
3) Eink√ľnfte von Personen, die T√§tigkeiten im Zusammenhang mit der Erf√ľllung gesellschaftlicher oder staatsb√ľrgerlicher Pflichten aus√ľben, ungeachtet der Art und Weise der Berufung dieser Personen; nicht ausgenommen sind Entsch√§digungen f√ľr einen entgangenen Verdienst
4) Eink√ľnfte von Personen, die Gesch√§ftsf√ľhrungen/Vorst√§nden, Aufsichtsr√§ten, Kommissionen oder anderen beschlie√üenden Organen juristischer Personen angeh√∂ren.

Als Eink√ľnfte aus einer Gewerbet√§tigkeit (Betriebseinnahmen) gelten Betr√§ge, auch wenn sie tats√§chlich nicht zugeflossen sind, nach Abzug des Wertes von R√ľcklieferungen, gew√§hrter Rabatte und Skonti. Bei Steuerpflichtigen, die der Umsatzsteuer unterliegen, gilt als Einnahme die um die Umsatzsteuer verminderte Einnahme.

Der Unternehmer hat die Möglichkeit zu wählen, wie er die Steuer entrichten möchte. Er kann sich zwischen der Besteuerung gem. Einkommensteuertarif oder der pauschalierten Einkommensteuer sowie der sog. Steuerkarte entscheiden.