Das polnische Bankensystem



Das Bankensystem ist ein wichtiger Teil des Finanzsystems. Das polnische Bankensystem ist als die Gesamtheit der f√ľr die Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld oder Kapital und f√ľr den Zahlungsverkehr zust√§ndigen Unternehmen einschlie√ülich der f√ľr diesen Wirtschaftssektor erlassenen gesetzlichen Regelungen zu verstehen. Das System ist in zwei Stufen unterteilt: zur ersten Stufe geh√∂rt die Zentralbank und zur zweiten geh√∂ren die Privatbanken (die in Form einer Aktiengesellschaft funktionieren), Genossenschaftsbanken und die staatseigenen Banken.

Die Polnische Nationalbank (NBP, Narodowy Bank Polski)

Die Polnische Nationalbank mit Sitz in Warschau ist die Zentralbank der Republik Polen. Die NBP ist die Hauptinstitution, die f√ľr die Wirtschaftsliquidit√§t, die Geldemission und den W√§hrungskurs verantwortlich ist.¬†Die Bank sorgt f√ľr die Wirtschaftsentwicklung Polens.

Die Polnische Nationalbank trifft Ma√ünahmen zur Geldstabilisierung und zur Stabilisierung des Finanzsystems. Das bezweckt die Schaffung von Grundlagen f√ľr eine dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung. Das Hauptziel der T√§tigkeit der NBP ist die Gew√§hrleistung eines stabilen Preisniveaus in Polen.

Die NBP beteiligt sich an der F√ľhrung der Bankenaufsicht, trifft Ma√ünahmen zugunsten des Zahlungssystems und wirbt f√ľr die Entwicklung einer sicheren Infrastruktur des Finanzmarktes. Zu diesem Zweck stehen der Bank zahlreiche Ma√ünahmen zur Verf√ľfunf, so u. a.: die Analyse der Finanzmarkt- und der Wirtschaftssituation sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen den Institutionen, welche die √ľbrigen Segmente des Finanzmarktes √ľberwachen.

Eine der Hauptaufgaben der Nationalbank ist die Verwaltung von Devisenreserven. Ein wesentliches Element der Tätigkeit der Polnischen Nationalbank sind Handlungen, welche Bildungscharakter haben.

Wenn es um die Struktur der Nationalbank geht, so steht an seiner Spitze der Pr√§sident, der f√ľr einen Zeitraum von sechs Jahren von der unteren Kammer des polnischen Parlaments, dem Sejm, auf Antrag des Staatspr√§sidenten ernannt wird. Der seit 2010 amtierende Pr√§sident ist Marek Belka. Der Pr√§sident ist auch Teil des Rates f√ľr Geldpolitik. Alle Mitglieder des Rates werden zu gleichen Teilen vom Staatspr√§sidenten, dem Sejm und dem Senat, der h√∂heren Kammer des polnischen Parlaments, bestimmt. Der Rat trifft die wichtigsten w√§hrungspolitischen Beschl√ľsse im Namen der Zentralbank. Die Gesch√§fte werden vom Vorstand der NBP geleitet. Hauptaufgabe des Verwaltungsvorstandes ist die Umsetzung der Vorgaben des Rates.

Die T√§tigkeiten der Nationalbank werden in einem Gesetz √ľber die Polnische National Bank und in polnischem Bankrecht geregelt.¬†

Privatbanken

Die Banken in Polen k√∂nnen gem√§√ü Art. 12 des polnischen Bankrechts entweder als staatliche Banken, Genossenschaftsbanken oder Banken in der Rechtsform der Aktiengesellschaft errichtet werden. Die zuletzt genannten werden als Privatbanken bezeichnet. Die Banken f√ľhren die Bankgesch√§fte durch, die in Art. 5 und 6 des Bankrechts¬† erw√§hnt sind. Dazu geh√∂ren vor allem die Annahme fremder Gelder als Einlagen, die bei Aufforderung oder nach Ablauf einer bestimmten Frist zahlbar sind sowie die F√ľhrung von Konten f√ľr diese Einlagen, die F√ľhrung anderer Bankkonten, die Gew√§hrung von Krediten, die √úbernahme und Best√§tigung von Bankgarantien und Er√∂ffnung von Akkreditiven, die Emission von bankeigenen Wertpapieren und die Durchf√ľhrung des Abrechnungsverkehrs.

Nach Angaben der polnischen Finanzaufsichtskommision gibt es in Polen derzeit 37 Banken in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. In Bezug auf die Gesamtaktiva geh√∂ren zu den gr√∂√üten polnischen Banken die PKO Bank Polski S.A., Bank Pekao S.A., Bank Zachodni WBK S.A., mBank S.A. und die ING Bank ŇölńÖski S.A. Die Privatbanken in Polen werden vom ausl√§ndischen Kapital beherrscht.

Genossenschaftsbanken

Eine Genossenschaftsbank (poln. Bank Sp√≥Ňādzielczy) ist gem√§√ü dem polnischen Bankrecht eine Bank, die eine Genossenschaft ist, auf die in den nicht von den Vorschriften des Gesetzes √ľber das Funktionieren der Genossenschaftsbanken, deren Vereinigung und die Vereinsbanken sowie des Bankrechts gedeckten F√§llen, die Vorschriften des Genossenschaftsrechts anzuwenden sind. Die Genossenschaftsbanken nehmen grunds√§tzlich dieselben Bankgesch√§fte wie die Privatbanken vor. Es besteht aber f√ľr alle Genossenschaftsbanken eine Plicht, sich in den Vereinsbanken zu vereinigen. Die Genossenschaftsbanken werden in Polen vor allem von Einwohnern l√§ndlicher Gegenden gesch√§tzt.

Die staatseigenen Banken

Eine staatseigene Bank kann vom Ministerrat im Wege einer Rechtsverordnung, auf Antrag des Ministers f√ľr Staatsverm√∂gen, im Einvernehmen mit der Kommission f√ľr die Bankenaufsicht, errichtet werden. In Polen gibt es aktuell nur eine solche Bank, die BGK (Bank Gospodarstwa Krajowego). Die BGK besch√§ftigt sich mit den Programmen zur Wachstumsf√∂rderung und Verteilung der EU-Gelder.

Aufsicht

Die Aufsicht √ľber das Bankensystem in Polen √ľbernimmt die Finanzaufsichtskommission. Die Kommission ist berechtigt, Ma√ünahmen zum ordnungsgem√§√üen Funktionieren des Finanzmarktes (u.a. des Bankensektors) und zur Entwicklung und Konkurrenzf√§higkeit des Finanzmarktes zu ergreifen.