Rechte und Pflichten des Hotelkunden in Polen



Im polnischen Zivilgesetzbuch befinden sich unmittelbar keine Vorschriften, die einen Abschluss eines Hotelvertrages regeln. Bei diesem Vertrag handelt sich um einen sog. gemischten Vertrag mit wesentlichen Elementen aus dem:

Mietvertrag: hierunter versteht man das Recht des Hotelgastes zur Nutzung des Hotelzimmers und allen beweglichen Sachen in diesem Zimmer, wie z.B.: dem Fernseher, die Möbel, das Bett, das Telefon usw. gegen Entrichtung eines bestimmten Entgeltes.
Verwahrungsvertrag: das Hotel ist verpflichtet, die von dem Hotelgast ins Hotel gebrachten privaten Sachen zu verwahren, sodass sie nicht abhandenkommen oder beschÀdigt werden.
Kaufvertrag: wenn der Hotelvertrag auch die Verpflegung des Hotelkunden beinhaltet.

Auf den Hotelvertrag sind die Art. 846-852 des Zivilgesetzbuches anwendbar, welche die Verantwortung des Hotels regeln. Der Hotelvertrag bedarf keiner speziellen Form und kann schriftlich, mĂŒndlich oder durch entsprechendes Verhalten abgeschlossen werden. Wichtig ist  jedoch, dass sich die Parteien ĂŒber wesentliche Vertragsteile geeinigt haben. Im Falle der Unmöglichkeit eines Abschlusses des Hotelvertrages muss das Hotel den Gast darĂŒber sofort informieren. Wenn ein Hotelmitarbeiter eine Buchung annimmt und spĂ€ter das Hotel seiner aus der Buchung entstandenen Verpflichtung nicht nachkommen kann, ist das Hotel fĂŒr eventuelle SchĂ€den fĂŒr die Nichteinhaltung des Vertrages verantwortlich.

Zu den grundsÀtzlichen Pflichten und Rechten des Hotels gehören:

Bereitstellen eines Zimmers fĂŒr den Hotelgast oder eines Teils des Zimmers und das Erhalten einer vereinbarten VergĂŒtung fĂŒr die erbrachte Leistung
 Pflege und Sauberkeit in dem gemieteten Zimmer wÀhrend des Aufenthaltes des Gastes im Hotel. Dazu gehört auch die Einhaltung der, den sanitÀren Vorschriften entsprechenden, Temperatur in den Hotelzimmern.
Andere spezielle Leistungen, welche im bestimmten Vertrag geregelt wurden, wie z.B.: Vorbereiten des FrĂŒhstĂŒckes, Bereitstellung bzw. Recherche sĂ€mtlicher fĂŒr den Hotelgast relevanten Informationen, Zugang zum SPA-Bereich, HotelwĂ€scherei
GewĂ€hrleistung der Sicherheit fĂŒr Gesundheit und Vermögen des Gastes
Die Hotelbesitzer sind auch gemĂ€ĂŸ Art. 846 des Zivilgesetzbuches fĂŒr das Abhandenkommen oder die BeschĂ€digung der mitgebrachten privaten Sachen des Hotelgastes verantwortlich.  Diese Pflichten können auch nicht im Vertrag anders geregelt werden. Die Verantwortung entfĂ€llt nur in FĂ€llen der unbedingten Gewalt (vis absoluta) und der Selbstverschuldung des Gastes, seiner Begleitungsperson, seines Mitarbeiters oder seines Besuchers. Unter mitgebrachten Sachen werden die Sachen verstanden, welche wĂ€hrend des Aufenthaltes des Hotelgastes sich in der Hotelanlage befinden. Darunter werden jedoch weder Fahrzeuge noch die Tiere verstanden. 

Das Hotel kann nur in bestimmten begrĂŒndeten FĂ€llen von dem Abschluss des Hotelvertrages absehen, wie z.B.: kein freies Zimmer, ein betrunkener Gast, etc.
Das Hotel kann den Hotelvertrag außerordentlich kĂŒndigen, wenn der Hotelgast gegen die Hotelordnung verstĂ¶ĂŸt.

Zu den Pflichten und Rechten des Hotelgastes gehören:

Zahlung des Entgelts fĂŒr die erhaltene Leistung
Kein Verstoß gegen Hotelordnung
BestimmungsgemĂ€ĂŸe Nutzung des Zimmers und aller sich in dem Zimmer befindenden GegenstĂ€nde
Im Falle des Abhandenkommens oder BeschĂ€digung der eigenen Sachen - unverzĂŒgliches Informieren eines Hotelmitarbeiters.
Wenn der Aufenthalt im Hotel aufgrund einer Werbeaktion (Prospekt, Werbung in verschiedenen Medien) zustandekam, kann der Gast darauf bestehen, dass alle in der Werbeaktion angebotenen Leistungen auch vor Ort zugÀnglich sein oder erbracht werden. Im Falle des Nichteinhaltens des Versprechens aus der Werbung kann der Hotelgast eine Minderung des Hotelpreises verlangen.